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One
Night, eine Nacht, eine Nacht des Abenteuers, eine Nacht des Ausbruchs,
eine Nacht des erotischen Spiels, eine leuchtende Nacht, eine Nacht von
orgastischer Intensität. Zu Nachtschwärmern mutieren die Besucher
und Besucherinnen, die den Gang durch die Räume der Ausstellung von
Ursula Bohren Magoni und Claudio Magoni in der Chelsea Galerie in Laufen
unternehmen.
In hellem Licht begrüsst uns der erste Raum. Leuchtende Farben von
aufgehender, floraler Offenbarung. Blühende Blumen, die den Drang
verspürt haben, für eine Nacht ihr schönstes Inneres zu
entblössen. Besonders ins Auge sticht ein Tryptichon von unbändiger
Sinneslust. Eine Kulmination an erotischem Effekt. Drei Innenansichten,
die sich einladend mit feurig brennendem Leben präsentieren. Wie
Vulkankrater, in höchster Anspannung für die Eruption bereit.
Wir dringen ein in die unbekannte, mysteriöse Innenwelt. Von einer
Anziehung erfasst, von verführenden Schlangen bezirzt, vorbei an
lianenartig verflochtenen Vegetationsstrukturen. Ein Trip in eine unbekannte
Dimension. Zeitlos, in sich vergessen wird eine Reise angetreten, deren
Ende wir nicht kennen. Eine Reise, die von der Verlockung geprägt
und von der Lust geführt wird. Unaufhaltsam wirkt der Sog in die
Tiefe des Bildes. Einmal angezogen, können wir dem Charme nicht widerstehen.
Ein stimulierendes visuelles Feuerwerk. Wie Produkte dieser von Spannung
geladenen Interaktion türmen sich am Boden die aus Bienenwachs geformten
Plustern. Von einer orgastischen Explosion ausgespuckt, führen sie
ein pulsierendes Weiterleben in gelber Kraft.
Weiter führt uns die schwärmerische Reise in eine, in grün-gelb
oszillierendes Licht gehüllte Welt.
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Wir
dringen ein, in durch atmosphärische Transparenz geprägte Lichträume.
Auf zwei von der Decke hängenden Leinwänden wird die in Echtzeit
gefilmte Entfaltung einer Nachtkerze projiziert. Die Verwandlung der Blüte,
vom erotischen Vorspiel, über die rotierende, spiralförmige
Prachtentfaltung bis zur Ruhe und völliger Entspannung in paradiesischem
Zustand. Verschiedene Perspektiven einnehmend, enthüllen sich immer
neue abstrakte Farbwelten von prächtiger Ausstrahlung. In luzider
Ummantelung und Schatten werfend werden wir Teil der Rauminstallation.
Bereits zieht es die Nachtschwärmer und Nachtschwärmerinnen
weiter auf ihrer nächtlichen Abenteuerreise. Vom süsslichen
Duft des Bienenwachses verführt, lockt der dritte Raum. Es empfängt
uns eine intime, schon beinahe meditative Atmosphäre. Kontraststark
glimmen skulpturale Wachsobjekte auf matt schwarzem Boden. Eine sinnliche
Membran umschliesst die sanft weichen Rundungen. Die Form ist noch nicht
definitiv gefunden. In Metamorphose begriffen, tanzen sie, sich geheimnisvoll
umwerbend in rhythmisierten Bewegungen. Einige plustern sich in voller
Kraft auf, andere sind bereits in sich zusammengefallen und bündeln
jegliche Energie für den nächsten Höhepunkt. Ein Zyklus
von visueller, taktiler und duftintensiver Faszination. Unglaublich präsent
die photographische Erfassung des blühenden Geschlechtaktes. Eine
Calla von stupender Wirkung. Das strahlende, milchfarbene Kelchblatt umschliesst
den stimulierten, in Erektion vibrierenden Kolben. Die Beflügelten,
in den Bann gezogen, flattern über die nächsten Grenzen. Der
schwärmende Flug wird fortgesetzt. Nur eine Nacht schenkst du mir?
Michael
Babics |